No. 44: Helles But Not Helles, The Baltic Brewery – Flensburg

Baltic Brewery und Baltic Sea Circle

Es muss irgendwann Anfang 2019 gewesen sein, als ich das erste Mal ein Bier der Baltic Brewery in der Hand hatte. Es war das “Chameleon”, ein tolles IPA und das erste Bier, das die beiden Brauer Paul Alford und Martin Molzen auf den schleswig-holsteinischen Markt gebracht haben. Verkostet hatte ich es seinerzeit auch. Mehr dazu gibt es hier. Als ich dann kurze Zeit später auf der Suche nach Sponsoren, Unterstützern und Craftbeer-Partner für meine Teilnahme am Baltic Sea Circle 2019 gewesen bin und die beiden angesprochen habe, kam prompt die Zusage. Kurze Zeit später haben wir uns auf den Kieler Craftbeer Days kennengelernt und ich habe zwei Kartons craftbeerige Unterstützung in Empfang genommen. Im Gegenzug gab es für die Baltic Brewery eine präsente Beklebung auf unserem Rallye-Volvo – in bester Gesellschaft mit der Landgang-Brauerei, Höppners und der Südtondern Brauerei – und eine Flasche Voyage, auf der ich die täglichen Reiseziele verewigt habe. Baltic Brewery und Baltic Sea Circle – passt auch irgendwie.

Die Brauerei/Die Brauer – dem Massenbiermarkt trotzen

Mittlerweile ist die Baltic Brewery aus dem norddeutschen Craftbeer-Markt nicht mehr wegzudenken und begeistert mit ihren erstklassigen Ales, dem weiterentwickelten IPA “Chameleon” und dem “Voyage”, für mich eines der besten Pale Ales, welches ich bislang getrunken habe. Während andere Brauer ihr Sortiment ständig um weitere Kreationen erweitern, ist die Palette bei der Baltic Brewery übersichtlich geblieben. Im Januar 2022 setzten Paul und Martin mit dem Release des Double IPAs “Hells Canyon” eine weitere Duftmarke für Fans stark gehopfter Ales. Mit dem “Maiden”, ein Helles, wurde das ein weniger hopfenbetontes Bier in die Palette aufgenommen.

Paul und Martin haben in Sörup, ein kleiner Ort zwischen Kiel und Flensburg angefangen. Als klassische Gypsy-Brewer haben sie mit der Wittorfer Brauerei und der Südtondern Brauerei Partner gefunden, um größere Mengen zu brauen. In der Zwischenzeit ging es weiter nach Flensburg. Man darf gespannt sein, wie es mit diesen beiden Bier-Enthusiasten, die sich selber so beschreiben, weitergeht:

“Zwei Norddeutsche Kerle, teilweise mit sehr britischem Akzent, trotzen dem Massenbiermarkt. Voller Enthusiasmus brauen sie mit handwerklichem Geschick und viel Leidenschaft liebevoll feinste Biere. Cheers!”

www.balticbrewery.com

Und dann stolpere ich kürzlich beim Stadtbummel in Flensburg über den frisch abgefüllten Oktober-Release der Baltic Brewery mit dem verwirrenden Namen “Helles But Not Helles”.

Das Bier – Helles But Not Helles

Ich gebe zu, der Name des Biere hat meine Neugierde geweckt. Und ich merke an, dass der Bierstil “Helles” nicht gerade zu meinen Favorites gehört. Mir fehlt häufig die geschmackliche Bandbreite durch die Intensität der Hopfenzugabe. Dennoch versuche ich mich erstmals mit der Verkostung und Beschreibung eines Hellen. Wollen wir mal sehen, ob der Name des Bieres hält, was er verspricht und ob es mir gelingt, die feinen Nuancen herauszuschmecken. Eingebraut wurde das Helle mit dem tschechischen Kazbek-Hopfen sowie dem fruchtigen Callista.

Es ist angerichtet. Die Betrachtung des Gebräus im Glas bringt keine Überraschungen mit sich: ein goldgelber Farbton, leichte Trübung und eine fluffige, weiße Schaumkrone. Was ich beim Einschenken und Schwenken im Glas rieche, würde ich als erdig, würzig und grasig bezeichnen.

Beim ersten Schluck komme ich mit einem berühmten Spruch von Dittsche um die Ecke: “das perlt”. Ja, es perlt ordentlich – erfrischend spritzig. Dieser Eindruck ist im Antrunk sehr dominant. Weiter geht es mit etwas Verweilen am Gaumen. Was ändert sich? Es wird weicher, etwas Süße und getreidige Noten. Im Abgang kommen nach einer Weile ganz leichte Noten von Grapefruit und Zitrusfrüchten durch. Alles sehr dezent, aber in der Wirkung verleiht es diesem Hellen einen spürbar erfrischenden Charakter.

Fazit

Ich habe parallel kein ein anderes, “normales” Helles verkostet. Der direkte Vergleich fällt daher schwer. Für mich bleibt das “Helles But Not Helles” ein Helles mit Charakter und einer frischen Note – halt norddeutsch.

Die Eckdaten

Bierstil: Helles
Hopfen: Callista, Kazbek
Bittereinheiten: k.A.
Alkoholgehalt: 5,4 % Vol.

No. 43: Ballsy Badger, The Uncharted Brewing Company – Eslöv, Schweden

Intro

Es ist nun nicht so, dass ich seit meinem letzten Verkostungsblog vom April 2020 kein Bier mehr getrunken habe – ganz ehrlich: ich habe in dieser Corona-Zeit viele tolle Craftbiere entdeckt und verkostet. Nur bin ich nicht dazu gekommen, die Ergebnisse hier niederzuschreiben. Nun geht es wieder los – und das mit einem bemerkenswerten Bier aus Südschweden: das Ballsy Badger, ein Strong Brown Ale, von The Uncharted Brewery aus Eslöv in Südschweden.

Über das Finden von Craftbieren in Schweden

Schweden (und auch Skandinavien insgesamt) und Bier: das ist eine merkwürdige Kombination. Viele assoziieren damit teure und langweilige Biere. Diesen Eindruck bekommt der gemeine deutsche Biertrinker sicher schnell. Im Vergleich zu den heimischen Bierpreisen muss man für eine Kiste Bier oder Dosengebinde vergleichbarer Größenordnung deutlich mehr berappen. Und dann hat die Plörre auch nur einen Alkoholgehalt von maximal 3,5 Vol. % und schmeckt nach Nix.

Aber in Skandinavien gibt es eine ausgeprägte Craftbeer-Szene mit zahlreichen kleineren und ausgezeichneten Brauereien, darunter sehr bekannte und größere wie etwa Mikkeller (DK), Omnipollo (S), Lervig (N) oder etwa auch toprated Brauer wie Alefarm (DK), Badin (N), Brewski (S) oder Duckpond Brewing (S). Derartige Biere gibt es in Schweden natürlich nicht im schnöden Supermarkt sondern im örtlichen Systembolaget, den Alkoholshops. Vor einiger Zeit war ich für einen Kurzurlaub zu Besuch in Südschweden und bin in den Systembolagets auf eine ausgezeichnete Auswahl gängiger und ausgefallener Craftbiere aus Skandinavien, Europa und Nordamerika gestoßen. Überrascht haben mich dabei die Preise. Liegen diese für vergleichbare Biere in Deutschland bei 5-7 € pro Dose, waren sie dort mit 2,50 bis 4 € unerwartet günstig.

Entdeckt habe ich da auch die stylischen Dosen der Uncharted Brewing Company. In der Vermutung, dass es sich bei dem Namen um eine amerikanische Brauerei handelt, musste ich schnell feststellen, dass ich hier auf eine kleine Brauerei aus Eslöv in Südschweden gestoßen bin. Eslöv ist eine Kleinstadt mit etwa 18.000 Einwohnern und liegt etwa 20min von Lund entfernt.

Die Brauerei – The Uncharted Brewing Company

“We are a modern independent Swedish craft brewery, who love to brew good beer. No fancy stuff, as we believe that there’s no need to complicate things.”

www.uncharted-brewing.com

Leider habe ich es nicht geschafft, bei der Brauerei vorbeizuschauen. Daher bediene ich mich für die Infos zu der Brauerei der informativen Internetseite www.uncharted-brewing.com und fasse mal kurz zusammen: Ein Ire (Diarmiud) und eine Schwedin lernen sich in Dublin kennen (vermutlich beim Bier trinken), entdecken eine gemeinsame Leidenschaft (vermutlich Bier brauen) und ziehen dann nach Südschweden, um Bier zu brauen und 2016 eine eigene Brauerei zu gründen, die auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Produktion mit lokalen Rohstoffen setzt.

Pouncing Panther, Ballsy Badger

Heute werden in der Mikrobrauerei in Eslöv pro Sud 2.500 Liter verschiedenster Biere gebraut und in Dosen sowie Fässern abgefüllt. Das Sortiment umfasst mittlerweile 13 verschiedene Biersorten, darunter klassische Bierstile wie Pils, Lager, Pale Ale aber auch ausgefallene Kreationen wie ein Coriander Amber Ale oder ein Strawberry & Lime Sour. Wiedererkennungswert sind die tierischen Bezeichnungen mit einem entsprechenden Etikett.

Das Bier – Ballsy Badger, Strong Brown Ale

Von meiner Reise nach Schweden habe ich mir zwei passende Winterbiere mitgebracht. Neben dem Strong Brown Ale Ballsy Badger auch das Pouncing Panther, ein 4 Beans Cream Porter. Beides hochprozentige, malzige und kräftige Dunkelbiere. Für die Verkostung habe ich mir das Ballsy Badger aufgemacht.

Der Blick auf die Dose enthüllt zunächst einige besondere Zutaten: Hafermalz, Vanille und Muskat. Dazu gesellen sich die für dunkle Ales durchaus typischen Hopfensorten Fuggles und East Kent Goldings sowie der Bitterhopfen Herkules. Ein durchaus spannendes Zutatensetting.

Schon beim Öffnen der Dose wird die Vanille deutlich. Scheint eine ordentliche Portion zu sein. Erinnert vom Geruch her an Tonka-Bohne. Im Glas zeigt sich das Strong Brown Ale in einem mokkabraunen Gewand mit einer kleinen, wenig persistenten Schaumkrone.

Die süßlichen Vanille-Noten dringen beim Ansetzen des Glases intensiv in die Nase, um dann beim ersten Schluck von würzigen und erdigen Eindrücken abgelöst zu werden. Vermutlich ist zeigt hier auch die dem Bier zugesetzte Muskatnuss geschmackliche Wirkung. Nach kurzer Zeit macht sich das durch das Hafermalz samtweiche Bier in der Mundhöhle breit – anschmiegsam und mit einem Hauch von Orange und Trockenobst. Im Finish wird es für meinen Geschmack dann nochmal kurz süßlich: Vanille, Toffee und Schokolade. Dann kommt die Bittere – vermutlich der Herkules Hopfen – mit einer gewissen Trockenheit durch.

Fazit

Ich habe versucht, meine Eindrücke wiederzugeben. Die Brauer selber haben noch etwas von Roggenbrot-Noten geschrieben. Das konnte ich nicht erschmecken. Was bleibt ist ein sehr guter Gesamteindruck. Mir gefällt das Zusammenspiel aus Würze, Vanille und dezenter Süße. Ach ja, und da war ja noch das Strong: 8,8 Vol. %. Merkt man erst hinterher…

Die Eckdaten

Bierstil: Strong Brown Ale
Hopfen: Herkules, Fuggles, East Kent Goldings
Bittereinheiten: k.A.
Alkoholgehalt: 8.8 % Vol.

Ein Rückblick auf mein Tasting No. 12

Das Alternativprogramm zu dem diesjährigen DFB-Pokalfinale: mein Craftbier-Tasting No. 12. Meinen Gästen habe ich mit dieser Elf einiges zugemutet. Das war teilweise schon etwas für fortgeschrittene Craftbier-Trinker. Aber lest selbst meine kurzen Verkostungsberichte.

1. Elbe, Gose; Kehrwieder Kreativbrauerei, Hamburg

Hatte ich die Choreo meiner Tastings bislang im Regelfall mit einem Lager oder Hellem begonnen, habe ich dieses Mal mit einer Gose meinen Gästen einen alten, etwas in Vergessenheit geratenen Bierstil präsentiert: die Elbe Gose der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg. Ein frisches, leicht säuerlich-salziges Bier mit Koriandernoten. Ein perfektes Sommerbier. Und, bei meinen Gästen kam die Gose – für mich etwas überraschend – gut an. Platz 2.

IBU: 11; 4,3 Vol. %

2. Bruno, Saison Brune; Schneeule, Berlin

Die Schneeule Brauerei aus Berlin hat sich auf Berliner Weiße spezialisiert. Ich habe mir das Bruno ausgesucht. Quasi eine dunkelbraune Berliner Weiße mit Schoko- und Karamalz. Ergebnis: ein sehr säuerliches Bier mit leichtem Schokogeschmack. Das war für alle etwas zu sauer.

IBU: 15; 5,0 Vol. %

3. Imperial Hopped Helles, Lager; Berliner Berg, Berlin

Und der nächste Vertreter aus Berlin. Die Jungs vom Brewcomer haben mir dieses Frischhopfen Imperial Lager empfohlen. Der Mandarina Bavaria als Frischhopfen verleiht diesem Bier bei einem hohen Alkoholgehalt eine kräftige und fruchtige Hopfennote. Sehr zu empfehlen.

IBU: k.A.; 6,9 Vol. %

4. Fraibock, Maibock; Czernys Küstenbrauerei, Kiel

Ein lokales Bier pro Tasting muss dabei sein. Heute dabei: aus der Experimental Sud-Reihe der Czernys Küstenbrauerei das Fraibock. Ein Maibock mit der Zugabe von Ingwer und Orangenschalen. Hört sich schräg an? Stimmt, schmeckt aber verdammt gut. Ein kräftiges, süßliches und harmonisches Bockbier, das durch den Ingwer eine ganze leichte Schärfe und im Abgang dezente Orangennoten mitbringt. Glückwunsch zum Testsieger des Tastings No. 12!

IBU: k.A.; 7,5 Vol. %

5. Tingsmenn Til Tusen, American Pale Ale; Ego Brygghus/Gulating Handverksbrygg, Norwegen

Ein American Pale Ale aus der Dose als Kollaborationsbräu der beiden Mikrobrauereien Ego Brygghus und Gulating Handverksbrygg. Im Ergebnis ein solides Pale Ale ohne Ecken und Kanten. Bonuspunkte gibt es für die Gestaltung der Dose.

IBU: k.A.; 4,7 Vol. %

6. Kuckucksrot, Amber Ale; Emma – Biere ohne Bart, Freiburg

Die Kreationen von Almut, der Brauerin hinter Emma – Biere ohne Bart, wurden bereits mehrfach prämiert und haben mich bislang überzeugt. Wie etwa das Zapotopaz, ein Strong Ale, oder auch das Salto Orale, das ich bei meinem Tasting No. 11 vorgestellt habe. Das Kuckucksrot, ein leichtes, süffiges und fruchtiges Amber Ale, hatte bei meinen Gästen Höhen und Tiefen. Für meinen Bruder das beste Bier des Abends. Da weiß ich ja, was ich ihm mal mitbringen kann… Ich habe da noch eine Flasche Kuckucksrot der Sonderedition 2017 im Keller.

IBU: k.A.; 5,5 Vol. %

7. Dolly, India Pale Ale (IPA); Braukollektiv, Freiburg

Ein weiteres Highlight aus Freiburg: Dolly, das prämierte IPA vom Braukollektiv. in diesem Jahr wurde es beim Meininger’s International Craft Beer Award zum besten IPA ausgezeichnet. Und Dolly hat es in sich: eine Kombination aus amerikanischen und deutschen Aroma- und Bitterhopfen verleihen dem IPA eine zitrusfruchtige Noten mit einem angenehm würzigen und bitteren Abgang. In meiner Tasting-Runde unter den Top 3.

IBU: 52; 6,9 Vol. %

8. Mr. Pink 2018, India Pale Ale (IPA); To Øl, Kopenhagen (DK)

Nachdem ich bei der europaweiten Vorstellung dieser To Øl-Serie im März 2018 sehr angetan war, dachte ich mir, ich könne meine Gäste mit diesem IPA mit Roter Beete dieser angesagten Craftbier-Brauerei aus Kopemnhagen ein Schmankerl präsentieren, das ebenfalls Begeisterungsstürme hervorruft. Das war dann aber leider eher nicht der Fall. Ein IPA für fortgeschrittene Craftbier-Trinker. Hopfig, mäßig bitter rote Farbe und ein wenig Geschmack roter Beete.

IBU: 54; 6,0 Vol. %

9. Mabuse Bräu Frau Hoops, Imperial New England India Pale Ale (NEIPA), Grebhans, Bremen

Mein erstes New England India Pale Ale, das ich bei einem Tasting vorgestellt habe. Dazu dann noch ein doppeltes oder auch Imperial, also mit einem höheren Alkoholgehalt. Kräftig, bitter, hopfenfruchtig (Maracuja, Grapefruit o.ä.), dazu recht vollmundig. Die 8,5 Vol. % schmeckt man nicht raus. Das hat was. Ich bin sehr angetan. Mein Highlight neben dem Fraibock am heutigen Abend.

IBU: k.A.; 8,5 Vol. %

10. Mets, Black IPA; Pöhjala, Tallinn (EST)

Pöhjala aus Tallinn machen ausgezeichnete Biere. Mich hat die Beschreibung neugierig gemacht: “A forest-inspired black IPA brewed with hand picked spruce tips and forest blueberries.” Und geschmacklich war es dann ein Ritt durch zitrusfruchtige Hopfenaromen kombiniert mit beerigen Aromen eingerahmt in einen kräftigen Malzkörper der dem Mets Kaffee- und Karamelnoten verleiht. Wow!. Das war allerdings nicht für jeden etwas.

IBU: 40; 7,0 Vol. %

11. Baja, Oatmeal Stout; Brauhaus Bevog, Bad Radkersburg (AUT)

ZUm Abschluss gab es das Baja, ein Oatmeal Stout vom Brauhaus Bevog aus Österreich. Das Etikett der Flasche erinnert mich sehr an den Grüffelo. Geschmacklich wartet das Baja mit Kaffee- und Schokonoten auf und ist dabei recht cremig, aber nicht zu schwer. Dunkle Biere gehen allerdings nicht immer. Unterm Strich ein leckeres und ausgewogenes Stout.

IBU: 29; 5,8 Vol. %

No. 23: Little Oak, Höppners – Postfeld

Die kleine Brauerei Höppners aus Postfeld in der Nähe von Kiel kreiert ausgezeichnete Biere. Nachdem ich bei meinen Tastings bereits das Lieblingssaison, das Pazifikus Pale und das Goldrausch, ein California Common, aufgetischt habe, habe ich nun die besondere Gelegenheit einen ganz neuen Sud zu verkosten. Braumeister Nickels hat hat mir kürzlich eine Flasche seines neuen “Little Oak”, ein Scotch Strong Ale, zum Verkosten überreicht. Von dem “Little Oak” gibt es bislang erst geringe Menge, quasi Testsude. Die Produktion für den lokalen Biermarkt ist noch nicht erfolgt.

Der Braumeister

Ich habe Nickels und Höppners ja bereits in anderen Beiträgen beschrieben. Deswegen hier nur der Verweis auf meinen Beitrag über das Pazifikus Pale von Höppners.

Das Bier – Liitle Oak

So, und nun wollen wir mal schauen, was Nickels aus Postfeld da feines gezaubert hat.

Fangen wir mit den wesentlichen Sachinformationen an. Das “Little Oak” ist ein Scotch Strong Ale mit einem Alkoholgehalt von 8,3 Vol. %. Dem Etikett sind weitere wichtige Informationen zu entnehmen. Als da wären als Zutaten die beiden Hopfen East Kent Golding und Northern Brewer sowie Gerstenmalz. Das Ganze dann gelagert auf amerikanischer Weißeiche und einem Single Malt Whiskey aus dem Hause Oban. Ein Scotch Strong Ale ist ein spezieller britischer Bierstil. Ein starkes Ale mit einem kräftigen Malzkörper und torfigen und rauchigen Noten. Mein bisherige Begegnung mit einem Scotch Strong Ale war das Scotch von Störtebeker. Ich war wenig angetan.

Umso gespannter war ich nun auf das Scotch Strong Ale aus dem Hause Höppners. Die Basis bildet ein starkes und dunkel eingebrautes Ale. Die Whisky-Aromen werden dem Bier normalerweise durch die Lagerung in Whisky-Fässern hinzugefügt. In Ermangelung eines Whisky-Fasses, hat Nickels getoastete Eichenholzstücke in Whisky eingelegt und dann dem Bier zur Lagerung und Reifung dazugegeben. Bei dem verwendeten Whisky handelt es sich um einen schottischen Oban Single Malt, einen torfig-rauchigen Whisky mit einer leichten Salznoten.

Schon nach dem Öffnen der Flasche und dem Einschenken in das Glas umströmt ein kräftiger, torfiger Geruch meine Nase. Das dunkle, tiefbraune Ale mit seiner hellbraunen Schaumkrone verweilt einen Augenblick im Glas. Der erste Schluck dieses Ales mit seinem vollen Körper ist intensiv: süß, karamellig, dezente rauchige Aromen, die eher torfigen Charakters sind. Erst beim nächsten Schluck nehme ich dann eher im Abgang feine, salzige Aromen war. Das Whiskyaroma durch die Hinzugabe der Eichenholzstücke zeigt hier seine volle Wirkung. Die leichte Hopfung mit den beiden britischen Hopfen East Kent Golding und Northern Brewer mit ihren süßlichen, fein würzigen bis harzigen Aromen fügen sich passend in das Geschmacksprofil ein.

Fazit

Ich bin positiv überrascht. Was bleibt nach einer Flasche Little Oak? Man ist leicht angedüdelt und hat die Erkenntnis gewonnen, dass dieses Scotch Strong Ale nicht der passende Begleiter für ein Fußballspiel sondern eher etwas für besondere (Craftbeer-)Momente ist. Und vorsichtig formuliert: ein Craftbeer für Fortgeschrittene. Unterm Strich ist Nickels mit dem “Little Oak” ist äußerst komplexes Bier gelungen, das bei einem hohen Alkoholgehalt zugleich sanft und ausgewogen ist. Irgendwie smoothig.

Nickels, das ist äußerst gelungen. Schmeiß den Braukessel an!

Die Eckdaten

Bierstil: Scotch Strong Ale
Hopfen: East Kent Golding, Northern Brewer
Bittereinheiten: k.A.
Alkoholgehalt: 8,3 % Vol

Die Höker

Bislang gibt es das “Little Oak” noch nicht zu kaufen. Es besteht allerdings die Chance das Bier auf den Kieler Craft Beer Days am 27. und 28.4. zu probieren.

No. 14: Quadrupel, Smedsbo Slott – Schweden

Smedsbo Slott hat auf den diesjährigen Kieler Craftbeer Days den Publikumspreis abgeräumt. Ich hatte mir an dem Abend – ohne zu wissen, dass Jungs aus Schweden hier die Bühne rocken werden – zum Abschluss ein Quadrupel mitgenommen, welches ich hier nun mal vorstelle. Ok, eine gewisse Vorahnung war aufgrund des großen Andranges an dem Stand schon dar. Und die beiden älteren Herren waren an sich auch schon beeindruckend. Der Kopf der Bande, Pär Windhal, im Anzug, mit Weste und Monokel, verriet mir gleich, dass “wir beide hier heute Abend unser Bier erstmals der Öffentlichkeit vorstellen”. Gebraut wurde irgendwo nördlich von Schweden im Wald. Das klingt nach einem echten Craftbier-Abenteuer.

Smedsbo Slott schwimmt zudem nicht auf der Hopfenwelle, sondern hat ein Faible für belgische Biere, dem Triple und Quadrupel. Also komplexe und schwere, obergärige Biere mit einem hohen Alkoholgehalt und einem kräftigen Malzkörper.

Eine Augenweide ist schon die Flasche mit der Bezeichnung Quadrupel X 2017-02 auf dem handgeschriebenen Etikett. Ganz hobbybrauermäßig. Nach dem Eingießen muss ich erstmal mit dem ganzen Schaum klar kommen, nutze aber die Zeit, um das Bier im Glas zu betrachten und daran zu riechen. Ein bernsteinfarbenes, sehr klares Bier mit einem süßlichen Geruch. Spannend ist der erste Schluck: recht feinperlig, im Antrunk fruchtige Aromen die an Dörrobst erinnern, gefolgt von einer ganz leichten Bittere und der karamellartigen Süße. Der hohe Alkloholgehalt lässt sich erahnen und wird von den unterschiedlichen Aromen gut überlagert. Mir gefällt die Kombination aus malzbetonter Süße und den fruchtigen Aromen. Es ist jedoch weißgott kein leichtes Bier, dieses Quadrupel mit dem kräftigen und cremigen Körper. Also eher etwas für den norddeutschen Schmuddelwinter. 

Fazit:

Die Herausforderung bei einem Quadrupel ist, den hohen Alkoholgehalt von um die 10% Vol. so zu verpacken, dass das ganze nicht zu spritig schmeckt. Das ist hier gut gelungen. Harmonisch in den starken Malzkörper und die kräftigen Geschmacksnoten eingebettet.

Pär, bitte mehr belgische Biere aus Schweden!

Den neuesten Quadrupel-Sud gibt es nun auch bei Brewomer in Kiel in der handlichen 0,75 Liter Flasche zu erwerben. Am 02.10. hat Pär dort sein neues Quadrupel vorgestellt. Dieses Quadrupel ist ein Gemeinschaftprodukt von Smedsbo Slott und Klapperbräu aus Bergenhusen in Schleswig-Holstein.

No. 11: WildHopp, Wildwuchs Brauwerk/Hopper Bräu – Hamburg

Es ist mal wieder an der Zeit ein Bier aus Hamburg, der heimlichen Craftbeer-Hauptstadt in Deutschland, vorzustellen. Verkostet habe ich das “WildHopp”, ein Kollaborationsbräu der beiden Hamburger Brauereien Wildwuchs Brauwerk und Hopper Bräu.

Entdeckt habe ich dieses Frischhopfen-Ale auf den Kieler Craft Bier Days 2017 und habe es am Wildwuchs Stand als Restbestand auf Empfehlung des Wildwuchs-Braumeister Fiete erworben. Fiete, das ist Friedrich Carl Richard Matthies, aus Hamburg-Finkenwerder. Seit 2014 ist Fiete mit Wildwuchs Brauwerk am Markt. Gebraut wird in Bleckede an der Elbe  – noch. Am späten Abend auf den Kieler Craft Bier Days berichtete Fiete – feiner Kerl und tolle Biere – von seinen Plänen, einen Braustätte direkt in Hamburg aufzuziehen. Eine Braustätte mitten in Hamburg-Altona das gibt es schon bei Hopper Bräu. Hopper Bräu – das ist Sascha Bruns mit seinem Team. Die Jungs haben sich mit zahlreichen spannenden Kreationen einen Namen gemacht.

Aber nun zu dem WildHopp:

Das WildHopp ist ein Frischhopfen-Ale. Ein Frischhopfen-Ale an sich ist schon eine tolle Sache. Der frisch geerntete Hopfen kommt direkt in den Sud. Das WildHopp setzt einen drauf: es wurden Hopfen, der in Hamburg angebaut wird, verwendet.

Im Glas angekommen, ist die Blume gleich weg. Es erinnert im Glas stark an ein englisches Ale im Pub: kaum Schaum, wenig Kohlensäure. Die Farbe ist goldgelb mit einer feinen Trübung. Dafür machen sich die sehr fruchtigen Hopfenaromen mit Orangennoten beim Geruch bemerkbar. Kräftige, fruchtige Hopfennoten werden kombiniert mit weichen, leichten Malznoten und machen dieses Frischhopfen-Ale zu einem süffigen Sommerbier. Ich muss sagen, da haben die beiden Braumeister etwas richtig gutes kreiert. Man darf auf die nächste Hopfenernte gespannt sein.

 

 

No. 8: Honk A Tonk, Lillebräu – Kiel

Gimme, gimme, gimme a “Honk A Tonk”!

Ich mache mal gleich weiter mit der nächsten feinen und experimentellen Kreation aus Kiel: Lillebräu oder auch in Kurzform Lille und Zeugenbräu aus Ahrensburg haben als Kollaborationsbräu ein ganz besonderes Bier für das Craftbeer-Magazin konzipiert. Herausgekommen ist dabei ein Brown Ale mit Tonka-Bohne. Tonka-Bohne? Soll irgendwie nach Vanille schmecken. Meine Begeisterung hält sich zunächst in Grenzen, zumal ich nicht so der Fan dunkler Biere bin.

Lille – Honk A Tonk

Nachdem das “Honk A Tonk” einige Zeit im Regal stand und ich immer einen Bogen drum gemacht habe – wobei ich mehrfach an dem auffälligen Etikett hängengeblieben bin (ein Hingucker!) -, war es dann neulich an einem dieser so typisch verregneten, norddeutschen Wintertag so weit. Mein erster Gedanke nach dem Einschenken: oh, ein Stout? Denn mit seiner sehr dunklen Farbe und der festen Schaumkrone sieht es ganz danach aus. Doch schon beim ersten Schluck stelle ich fest, dass dieses Brown Ale einen schlankeren Körper als ein Stout hat, nicht ganz so massig und kräftig, jedoch mit einem ordentlichen Malzkörper, der dem Bier eine Portion Schokoaromen und Kaffeenoten verleiht. Dazu kommen dann noch die Vanillearomen der Tonkabohne, die dem Bier gemahlen beigefügt wurde. Dabei sind die Vanillearomen nicht zu aufdringlich, verbleiben aber dafür nach dem Herunterschlucken noch eine Weile in der Kehle. Eine spannende Mixtur. In jedem Fall ist das “Honk A Tonk” schon mal für mein nächstes Tasting vorgesehen. Hoffe nur, dass Max und Florian von Lillebräu das “Honk A Tonk” dauerhaft in das Sortiment aufnehmen.

Fazit:

Im Ergebnis bin ich äußerst positiv überrascht. Seit langem mal ein Dunkelbier, das begeistert. Ein echtes Nachtisch-Bier, das nicht nur etwas für Dunkelbierenthusiasten ist, sondern für alle, die Bock auf etwas Ausgefallenes haben. Passt zu dunkler Schokolade, Regenwetter und Rolling Stones.


Die Eckdaten:

Bierstil: Brown Ale
Hopfen: Nugget
Bittereinheiten: 10 IBU
Alkoholgehalt: 6,1 % Vol.


Die Höker:

Das “Honk A Tonk” gibt es bei:

No. 7: Pils, Lillebräu – Kiel

Pils ist nicht gleich Pils. Ich hatte kürzlich bei der Kieler Nacht der Hotelbars im Kieler Kaufmann die Gelegenheit, die neueste Kreation der Kieler Craftbeer-Brauerei Lillebräu zu testen: das Pils.

Lille – Pils

Lillebräu, das sind sind die beiden Bierfreaks Max Kühl und Florian Scheske, die 2014 die fixe Idee hatten, selber Bier zu brauen. Gesagt getan: 2014 Lillebräu gegründet, dann ganz viel in der WG-Küche rumexperiementiert und 2015 mit dem ersten Bier auf den norddeutschen Markt gegangen. Noch sind die beiden sogenannte Kuckucksbrauer. Gebraut wird also nicht in der eignen Brauerei, sondern man nutzt Kapazitäten in fremden Brauereien. Noch. Im Laufe des Jahres soll die eigene Brauerei stehen.

Zum Sortiment zählen ein Lager, ein Pale Ale sowie erst seit mehreren Monaten ein Brown Ale. Nun ist seit kurzem ein Pils dabei. Pils, das ist dieser Standard-Bierstil, der in der Craftbeer-Szene etwas unterrepräsentiert ist.

Hier in Norddeutschland trinken wir gerne herbe Pilsener. Passt. Das Lille Pils ist typisch norddeutsch herb. Aber es ist mehr.

Das Pils ist mit den drei Hopfensorten Magnum, Saphir und Tettnanger gebraut. Den Hopfen beziehen die Jungs aus dem südlichsten Hopfenanbaugebiet Deutschlands in Tettnang. Der Magnum ist in erster Linie für die Bitterkeit verantwortlich, während die beiden anderen Sorten dem Pils blumige Aromen verleihen. Ich schmecke leichte fruchtige, Zitrusnoten. Insgesamt eine herbe Basis, die durch feine Fruchtnoten mit einer Tendenz in das Zitronige ergänzt wird. Dadurch ist es angenehm frisch. Und das Malz? Erscheint mir etwas kräftiger zu sein, als bei einem herkömmlichen Industriepils. Etwas stärker geröstet mit einem Hauch von Karamell.

Fazit:

Ein ganz feines norddeutsches Pils. Passt zu Fußball.


Die Eckdaten:

Bierstil: Pils

Hopfen: Magnum, Saphir, Tettnanger

Bittereinheiten: 38 IBU

Alkoholgehalt: 5,0 % Vol.


Die Höker:

Das “Lille Pils” ist ganz frisch in den Regalen im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel in Kiel und bei:

No. 5: 663 Urban Wheat Ale, Kraftbierwerkstatt – Böblingen, Baden-Württemberg

Doch kein Weizen im Winter! Ist ja auch kein Weizen. Nachdem ich von meinem ersten Wheat Ale-Erlebnis nicht so angetan war, bin ich neulich auf diese schmucke Flasche der Kraftbierwerkstatt aus Böblingen bei Stuttgart gestoßen. Das ansprechende Etikett hat meine Neugier geweckt:

“Sag niemals Weizen zu unserem Wheat Ale! Wir haben uns die größte Mühe gegeben, dem 663 einen eigenen Charakter zu verpassen. Der heimliche Star ist der speziell dafür gezüchtete Hefestamm. Das 663 schmeckt einfach Awesome! Dieser Name war aber schon vergeben.”

Ganz gespannt mache ich mir also mitten im trüben, norddeutschen Winter ein klassisches Sommerbier auf und betrachte ein hellgelbes, trübes Ale mit einer recht überschaubaren und feinporigen Schaumkrone in meinem Glas. Sieht ganz prickelig aus und bringt einen Geruch von leichten, fruchtigen, etwas zitronigen, säuerlichen Hopfennoten mit sich. Der erste Schluck: irgendwie wie Weißbier, süffig, hefe-lastiges, mildes Aroma, feinperlig. Das Hopfenaroma tritt in den Hintergrund. Erst im Abgang kommen die Hopfennoten, die mich dann geschmacklich etwas an Banane erinnern, stärker zum Vorschein.

Kraftbierwerkstatt – 663 Urban Wheat Ale

Fazit:

Das 663 Urban Wheat Ale ist insgesamt eine ganz spannende, hefelastige Komposition mit recht fruchtigen Noten, die aber nicht ganz so meinen Geschmack trifft. Ich werde es wohl im Sommer noch mal testen, dann gefällt es mir eventuell etwas besser. War vielleicht auch irgendwie ne blöde Idee, so ein Wheat Ale mitten im Winter aufzumachen.

 

No. 2 – 4: Eine kleine Ale-Serie im Brauhaus Lemke, Berlin

Berlin ohne Craft-Beer ist wie Berlin ohne Currywurst! Die Frage ist nur, wo geht es hin? Denn schließlich gibt es in Berlin mittlerweile zahlreiche Kreativbier-Brauereien (Biere sind mir u.a. von Berliner Berg, Heidenpeters und Vagabund bekannt) und unzählige Craftbier-Kneipen. Ich hatte von der Brauerei Lemke bei meinem ersten Tasting bei Brewcomer positiv die Hopfen-Weiße, ein Weizenbock-IPA, in Erinnerung. Also, wollen wir mal schauen, was die Jungs von der ältesten Berlin Craftbier-Brauerei Berlins – Oli Lemke startete bereits 1999 – sonst noch so auf Lager bzw. am Zapfhahn haben. Zentral gelegen am Hakeschen Markt habe ich mich dort mit einem Bekannten getroffen. Beim Blick auf die Karte der lemkeschen Bierkreationen viel es zunächst schwer.

Brauhaus Lemke, Bierkarte

Da es ein kurzer Abend werden sollte, kam die Idee nach der Verkostung einer kleinen Ale-Serie: zunächst das 030 Berlin Pale Ale (No. 2), dann das India Pale Ale (No. 3) und zum Abschluss ein Imperial IPA (No. 4).

Wir starten mit einem leichten Pale Ale, dem 030 Berlin Pale Ale. Die Karte verrät uns immerhin 30 Bittereinheiten (IBU) und 5% Vol. Dann steht ein recht helles Bier mit mäßiger Schaumkrone auf dem Tisch. Schon beim ersten, feinperligen Schluck kommen sehr fruchtige Hopfenaromen durch, die uns an Mango aber auch Zitrusfrüchte erinnern. Ich tippe auf den Cascade-Hopfen. Im Abgang ist es sehr leicht. Der Malzkörper erscheint mir recht schlank. Ein guter Start, aber für meinen Geschmack etwas zu schwach auf der Brust.

Lemke – 030 Berlin Pale Ale

Aber wir können uns ja noch steigern und bestellen das India Pale Ale mit seinen 60 Bittereinheiten (IBU) und einem Alkoholgehalt von 6,5%. Zack, da isses! Bernsteinfarben, sogar leicht rötlich meint mein Bekannter. Wir sind uns nicht ganz sicher in dem recht dämmerigen Licht und stoßen an. Schon im Antrunk umspült das sehr fruchtige und zugleich deutliche herbere und bittere Hopfenaroma unsere Gaumen. Wow! Gleich noch ein Schluck. Spritzig, ja malziger. Und der Hopfen deutlich anhaltender im Geschmack und bitterer, bestimmt doppeltgehopft, vermutlich Casacade und … keine Ahnung. Aber wir finden das IPA angenehm abgerundet und ausgewogen in den Fruchtnoten und der Bitterkeit. Richtig jut!

Lemke – India Pale Ale

Und zum Abschluss das Imperial IPA mit seinen 70 Bittereinheiten und 11 % im 0,2 l Glas. Wir wundern uns nur kurz über ein 0,3 l Glas. Nehmen einen ersten Schluck und fangen an zu fachsimpeln. Beim zweiten Schluck stellen wir fest, dass es doch wohl nicht das Imperial IPA ist sondern wieder das IPA von eben. Also zurück und noch mal neu. Dann wird uns noch etwas dunkleres und trüberes Bier mit festerem Schaum serviert. Die Bitternoten des Hopfens übersteigen nun die Fruchtaromen, die zunächst im Antrunk präsent sind und zusätzlich von einem süßliche Malzaroma ergänzt werden, dann aber von den langanhaltenden Bitternoten abgelöst werden. Auch nicht schlecht diese Komposition!

Lemke – Imperial IPA

Das waren nun unsere persönlichen Geschmackserlebnisse. Wie das Brauhaus Lemke nun selber diese drei Kreationen, die bereits mehrere Auszeichnungen erhalten haben, darstellt, könnt ihr hier nachlesen. Meine Vermutung mit dem Cascade-Hopfen war schon mal ganz gut.

Bleibt nur die Frage, warum ich anstelle einer Curry-Wurst einen Salat gegessen habe…