No. 37: Der Bube, Schwarzwaldflair – Wutöschingen

“Der Bube”, ein Badisch Pale Ale, habe ich mir von den Kieler Craft Beer Days 2019 mitgebracht und dann mal für euch verkostet.

Der Braumeister

Auf den Kieler Craft Beer Days ist mir der kleine, aber feine Stand von Schwarzwaldflair aufgefallen. Das Spannende an derartigen Veranstaltungen ist ja auch, neue Brauer und Biere kennenzulernen. Schwarzwaldflair, da hatte ich noch nichts von gehört. Also eine gute Gelegenheit, hier einen Stopp mit Trinkprobe einzulegen. Mit dem Braumeister Alexander Wagner bin ich schnell ins Gespräch gekommen. Er kommt eigentlich eher vom Wein, was an der Visitenkarte , die ihn als Sommelier und Geschäftsführer von www.dein-weinladen.com ausweist, deutlich wird. Seine Idee: Craft-Bier in einer Weinregion und das südlichste Craft-Bier Deutschlands brauen. Südlicher als Freiburg, dem südwestdeutschen Craft-Bier-Mekka mit Vertretern wie dem “Braukollektiv“, “Emma – Biere ohne Bart” oder auch “Die Brauhandwerker“. Dazu muss man mal Wutöschingen verorten. Das ist da irgendwo an der Grenze zur Schweiz in der Nähe von Schaffhausen.

Also gesagt, getan. Alex hat sich daran gemacht, mit einer badischen Interpretation eines Pale Ale erstmal vor Ort den Bier- und Weinmarkt aufzumischen.

Das Bier

Am Stand von Alex und seiner Freundin gibt es nur dieses eine Bier – “Der Bube” ein badisches Pale Ale. Rein äußerlich fällt folgende Besonderheit auf: es gibt die Flasche in den vier Farben eines Skatspiels: Bube, Pike, Herz und Dame. Das ist aber nur das Etikett, geschmacklich gibt es keine Unterschiede.

“Der Bube” wurde mit frischem Quellwasser aus dem Südschwarzwald, Cascade-Hopfen und Carahell-Malz eingebraut. Der Hopfen wurde dem Pale Ale als Kalthopfung dazugegeben.

Ein Pale Ale mit Cascade-Hopfen, da erwartet man eigentlich ein recht fruchtiges Pale Ale, das fast schon Anklänge eines IPA hat. Ist doch der Cascade-Hopfen eine Aromahopfen-Sorte, die häufig für IPAs verwendet wird.

Das frische und fruchtige Hopfenaroma mit Noten von Zitrusfrüchten schmeckt man kurz im Antrunk. Es wird dann abgelöst von dem Merkmal dieses Pale Ale: an die fruchtigen Aromen schließen sich rauchige Noten an. Diese sind insgesamt zwar recht dezent, verleihen dem Pale Ale aber seinen besonderen Charakter. Im Finish kommt wird es süßlicher und etwas bitterer. Die Bittere ist angenehm und führt zur einer leichten Trockenheit im Gaumen.

Fazit

Milde Bittere trifft auf einen Mix aus fruchtig-rauchigen Aromen. Man darf gespannt sein, welche Bierstile sich dann hinter den anderen Spielkarten wie Dame, König, Ass verbergen.

Eckdaten:

Bierstil: Pale Ale
Hopfen: Cascade
Bittereinheiten: 30 IBU
Alkoholgehalt: 5,5 % Vol.

No. 36: Goldgräber, Landgang Brauerei – Hamburg

Ganz frisch aus dem Sudkessel in Hamburg-Altona abgefüllt: “Goldgräber”, ein Pale Ale. Das ideale Bier für einen warmen Frühlingstag. Und heute bei mir im Verkostungsglas.

Die Brauerei/Der Braumeister

Ich fasse mich hierzu an dieser Stelle kurz. Mit dem Barley Wine “hop the barrel” und dem Frischhopfen-Pale Ale “Hopfnung” habe ich bereits zwei Biere von der Landgang Brauerei verkostet. Mehr über die Brauerei könnt ihr in diesen Blogbeiträgen lesen.

Das Bier

Ein Pale Ale fehlte bislang im Standardsortiment von Landgang. Mit dem “Goldgräber” wurde die “Tap-List” nun um ein hervorragendes Pale Ale bereichert.

Eingebraut wurden dieses goldgelbe und leicht trübe Pale Ale mit den amerikanischen Aromahopfen Simcoe und Amarillo. Für ein Pale Ale durchaus gängige Hopfensorten.

Was fällt beim Einschenken und dem ersten Riechen auf? Es dauert eine Weile bis die helle, feinporige Schaumkrone die fruchtigen und harzigen Hopfenaromen freigibt. Nachdem sich die Schaumkrone verflüchtigt hat, werden dieses Aromen intensiver. Im Antrunk kommt der “Goldgräber” mit einem Hauch zitrusfruchtiger Aromen daher, die dann abgelöst werden von Geschmackserlebnissen, die eher an süße Früchte wie Pfirsich oder Aprikosen erinnern. Die süßen Nuancen verstärken sich dann in dem süßlichen und smoothigen Finish, in dem auch eine länger anhaltende, moderate Bittere seine Spuren hinterlässt. Hier zeigt der Simcoe-Hopfen mit seinem Alphasäure-Anteil von über 13% ganze Wirkung.

Fazit

Das “Goldgräber”-Pale Ale von Landgang schlägt den Bogen von zitrusfruchtigen, harzigen Hopfenaromen über süßlichen Noten bis hin zu einem bitteren Ausklang. Das Ganze harmonisch und gut ausbalanciert, was im Ergebnis zu einer hohen Drinkability führt. Zu gut deutsch: das kann man gut trinken. Also, Cheers und Ahoi!

Die Eckdaten:

Bierstil: Pale Ale
Hopfen: Amarillo, Simcoe
Bittereinheiten: k.A.
Alkoholgehalt: 5,2 % Vol.

Neues von Czernys: das Ariana Sommer Pale Ale und ein Ausschank am Strand

Czernys Ausschank

Der Falckensteiner Strand ist um eine gastronomische Attraktion reicher: direkt neben der Deichperle gibt es nun einen kleinen, aber feinen Ausschankraum der Czernys Küstenbrauerei. Geöffnet hat der Ausschank am Wochenende. Jan und Jasmin bieten dann unweit ihrer Brauerei in der Festung Friedrichsort eine Auswahl ihrer Biere frisch vom Fass an. Das kann sich sehen lassen! Zum Eröffnungsabend des neuen Ausschanks habe ich dort vorbeigeschaut. Czernys und die Deichperle scheinen sich prima zu ergänzen. Die Deichperle sorgen für strandtypisches Essen wie Burger und Pommes und nebenan gibt es dann nun mal endlich richtig gutes Bier am Strand.

Das Ariana Sommer Pale Ale

Und von diesen Vier richtig guten Bieren, die es an dem Abend frisch vom Fass gab, habe ich mich – passend zum Wetter – für das Ariana Sommer Pale Ale entschieden. Dieses leicht trübe, goldgelbe Pale Ale mit der Förde im Hintergrund ist schon eine Augenweide. Jan hat dieses Pale Ale mit dem Ariana-Hopfen gebraut, also ein single-hopped Pale Ale. Der Geruch ist wenig intensiv. Es riecht etwas harzig und nach Getreide. Der erstes Schluck dieses leichten und schlanken Ales beginnt dann auch mit diesen dezenten harzigen und floralen Noten. Beim zweiten Schluck wird es fruchtiger. Der Ariana-Hopfen mit seinen unterschiedlichen fruchtigen Noten kommt dann zur Geltung und entfaltet sich im Abgang. Er verleiht dem Ale dabei aber sehr feine, fruchtige Aromen und trägt nicht zu dick auf. Insgesamt ein leichtes und erfrischendes Ale, dass geringe Bitternoten aufweist. Mit seinem Alkoholgehalt von 4,0 Vol. % passt es perfekt zu einem Strandtag. Als Experimental Sud No. 24 gibt es das Summer Ale auch in der Bügelflasche im örtlichen Fachhandel, u.a. bei Brewcomer.

No. 2 – 4: Eine kleine Ale-Serie im Brauhaus Lemke, Berlin

Berlin ohne Craft-Beer ist wie Berlin ohne Currywurst! Die Frage ist nur, wo geht es hin? Denn schließlich gibt es in Berlin mittlerweile zahlreiche Kreativbier-Brauereien (Biere sind mir u.a. von Berliner Berg, Heidenpeters und Vagabund bekannt) und unzählige Craftbier-Kneipen. Ich hatte von der Brauerei Lemke bei meinem ersten Tasting bei Brewcomer positiv die Hopfen-Weiße, ein Weizenbock-IPA, in Erinnerung. Also, wollen wir mal schauen, was die Jungs von der ältesten Berlin Craftbier-Brauerei Berlins – Oli Lemke startete bereits 1999 – sonst noch so auf Lager bzw. am Zapfhahn haben. Zentral gelegen am Hakeschen Markt habe ich mich dort mit einem Bekannten getroffen. Beim Blick auf die Karte der lemkeschen Bierkreationen viel es zunächst schwer.

Brauhaus Lemke, Bierkarte

Da es ein kurzer Abend werden sollte, kam die Idee nach der Verkostung einer kleinen Ale-Serie: zunächst das 030 Berlin Pale Ale (No. 2), dann das India Pale Ale (No. 3) und zum Abschluss ein Imperial IPA (No. 4).

Wir starten mit einem leichten Pale Ale, dem 030 Berlin Pale Ale. Die Karte verrät uns immerhin 30 Bittereinheiten (IBU) und 5% Vol. Dann steht ein recht helles Bier mit mäßiger Schaumkrone auf dem Tisch. Schon beim ersten, feinperligen Schluck kommen sehr fruchtige Hopfenaromen durch, die uns an Mango aber auch Zitrusfrüchte erinnern. Ich tippe auf den Cascade-Hopfen. Im Abgang ist es sehr leicht. Der Malzkörper erscheint mir recht schlank. Ein guter Start, aber für meinen Geschmack etwas zu schwach auf der Brust.

Lemke – 030 Berlin Pale Ale

Aber wir können uns ja noch steigern und bestellen das India Pale Ale mit seinen 60 Bittereinheiten (IBU) und einem Alkoholgehalt von 6,5%. Zack, da isses! Bernsteinfarben, sogar leicht rötlich meint mein Bekannter. Wir sind uns nicht ganz sicher in dem recht dämmerigen Licht und stoßen an. Schon im Antrunk umspült das sehr fruchtige und zugleich deutliche herbere und bittere Hopfenaroma unsere Gaumen. Wow! Gleich noch ein Schluck. Spritzig, ja malziger. Und der Hopfen deutlich anhaltender im Geschmack und bitterer, bestimmt doppeltgehopft, vermutlich Casacade und … keine Ahnung. Aber wir finden das IPA angenehm abgerundet und ausgewogen in den Fruchtnoten und der Bitterkeit. Richtig jut!

Lemke – India Pale Ale

Und zum Abschluss das Imperial IPA mit seinen 70 Bittereinheiten und 11 % im 0,2 l Glas. Wir wundern uns nur kurz über ein 0,3 l Glas. Nehmen einen ersten Schluck und fangen an zu fachsimpeln. Beim zweiten Schluck stellen wir fest, dass es doch wohl nicht das Imperial IPA ist sondern wieder das IPA von eben. Also zurück und noch mal neu. Dann wird uns noch etwas dunkleres und trüberes Bier mit festerem Schaum serviert. Die Bitternoten des Hopfens übersteigen nun die Fruchtaromen, die zunächst im Antrunk präsent sind und zusätzlich von einem süßliche Malzaroma ergänzt werden, dann aber von den langanhaltenden Bitternoten abgelöst werden. Auch nicht schlecht diese Komposition!

Lemke – Imperial IPA

Das waren nun unsere persönlichen Geschmackserlebnisse. Wie das Brauhaus Lemke nun selber diese drei Kreationen, die bereits mehrere Auszeichnungen erhalten haben, darstellt, könnt ihr hier nachlesen. Meine Vermutung mit dem Cascade-Hopfen war schon mal ganz gut.

Bleibt nur die Frage, warum ich anstelle einer Curry-Wurst einen Salat gegessen habe…

No. 1: Huh! – Icelandic Arctic Pale Ale, Einstök Ölgerd – Akureyri, Island

Seit der Fußball-EM im Sommer 2016 wissen wir, dass die Isländer richtig gut Fußball spielen können. Aber auch Bier brauen? Na klar.

In der kleinen Fischerstadt Akureyri, immerhin die größte Stadt außerhalb des Ballungsraumes Reykjavik, nur wenige Meilen südlich des Polarkreises gibt es die Einstök Brauerei. Passend zu den derzeit frostigen Temperaturen hier im Kieler Raum habe ich mir kürzlich das Icelandic Arctic Pale Ale der Brauerei Einstök aus Island aufgemacht.

Schon beim Öffnen und Eingießen kommen mir leichte Hopfennoten entgegen und machen Lust auf mehr. Im Glas eingegossen zeigt sich ein Pale Ale mit einer goldbraunen Farbe, die bei mir Assoziationen an Karamel und Toffee hervorrufen. Beim ersten Schluck kommen die leicht süßlichen Malzaromen des feinperligen, mit isländischem Gletscherwasser gebrauten Ales zur Geltung und werden dann von den beiden Hopfensorten Northern Brewer und Cascade eingerahmt. Der amerikanische Cascade Hopfen ist verantwortlich für die fruchtige Note dieses Ales, während der Northern Brewer, ein englischer Bitterhopfen, die angenehme und zurückhaltende Bitterkeit hervorbringt. Immerhin kommt das Arctic Pale Ale mit 33 Bittereinheiten (IBU) daher. Im Ergebnis sind die malzige Süße und die Bitterkeit des Hopfens angenehm ausgewogen, ideal abgestimmt und bringen ein feines Toffee-Aroma mit sich.

Bei einem meiner ersten Tastings hat dieses Pale Ale die Teilnehmer am meisten überzeugt (was zugegebenermaßen aber auch damit zusammenhängt, dass Tasting-Teilnehmer mit wenig Craftbeer-Erfahrungen geschmacksintensiven und stark gehopften Bieren zunächst sehr zurückhaltend gegenüberstehen). Rundherum ein klasse Pale Ale. Mir schmeckt es! Prost!

Fazit:

Das Einstök Icelandic Arctic Pale Ale ist aus meiner Sicht ein ideales Bier für den Einstieg in die Craftbeer-Welt, nicht zu bitter und angenehm süß.


Die Eckdaten:

 

Bierstil: Pale Ale

Hopfen: Cascade, Northern Brewer

Bittereinheiten: 33 IBU

Alkoholgehalt: 5,6 % Vol.


Die Höker:

Das Einstök Icelandic Arctic Pale Ale habe ich gesehen und gekauft bei: