No. 30: Lille Stout, Lillebräu – Kiel

Max und Flo von Lillebräu bereiten sich die Tage gerade intensiv auf die Eröffnung der eigenen Brauerei in Kiel vor. Nebenbei wird in der neuen Brauanlage aber schon fleißig gebraut und an neuen Bieren gearbeitet. Ganz frisch abgefüllt und heute bei mir im Lille-Verkostungsglas das Lille Stout.

Die Brauerei / Die Braumeister

Ich fasse mich hier etwas kürzer als gewohnt. Über Lillebräu habe ich hier schon häufiger geschrieben (Honk a tonk, Genussschein). Seit meinem letzten Beitrag ist aber einiges passiert bei Lille. Im Gewerbegebiet Alte Weide in Kiel wurde in den letzten Monaten die eigene Brauerei errichtet. Aber nicht nur eine Brauerei sondern eine Brauerei mit einem offenen Schankraum dazu. Die Idee dahinter: ein leckeres Lille trinken und dabei gefühlt mitten in der Brauerei sitzen, um Eindrücke von dem Brauen zu bekommen. Und das Lille-Team hat mit Daniel Elich einen Barchef (war vorher beim Alten Mädchen in Hamburg) und mit Broder einen Braumeister als Verstärkung bekommen.

Die offizielle Eröffnung steht kurz bevor. Um sich für die Eröffnung warm zu laufen gibt es seit Mitte September freitags und samstags ein pre-opening (Lille’s sanfter Freitag und Lille’s Fflotter Samstag). Dann laufen unterschiedliche Biere von Lille und anderen Brauereien aus den insgesamt 12 Zapfhähnen (ok, aus 2 Hähnen läuft Wasser). Währenddessen finden noch kleinere, bauliche Restarbeiten statt, und es wird fleißig an neuen Bieren gearbeitet, die das bestehende Lille-Sortiment von Pils, Lager und Pale Ale erweitern. In Planung sind ein Weizen, ein Helles und ein Stout. Von dem Hellen und dem Stout wurden mittlerweile erste Fässer und Flaschen abgefüllt, um den Weg in die Kieler Kehlen zu finden.

Das Bier – Lille Stout

Ich habe neulich bei einem Besuch der Warmlauf-Veranstaltung “flotter Samstag” bereits das Stout probiert und daraufhin gleich eine Flasche mitgenommen, um es zu verkosten. Die Abfüllung dieses (vermutlich ersten) Sudes war noch so frisch, das der Flasche noch das Etikett fehlt. So habe ich mich noch mal auf den Weg gemacht, um im gut sortierten Craftbier-Handel in Kiel eine etikettierte Flasche des Lille Stout zu erwerben.

Nun also ein Kieler Stout. Bei einem Stout denke ich zunächst ersteinmal an ein Guiness. Ein tiefschwarzes Bier mit einer cremigen Schaumkrone, dass einen kräftigen Körper hat, so dass nach einem großen Glas ein leichtes Völlegefühl einsetzt. Um es vorweg zu nehmen. Dieses Stout ist anders. Die Schaumkrone verflüchtigt sich schon kurz nach dem einschenken. Im Glas dann ein Bier, das von der Farbe her an eine 75%ige Zartbitterschoikolade in flüssig erinnert. Die Zartbitterschokolade findet sich dann auch beim Geruch wieder. Wer dann aber ein volles, kräftiges Stout erwartet, wird feststellen, dass dieses Stout norddeutsch schlank daher kommt und mit einer ordentlichen Portion Röst- und Kakaoaromen aufwartet. Der Geschmack von Zartbitterschokolade kommt gut zur Geltung. Die kakaolastigen Bitternoten überwiegen gegenüber der malzigen Süße. Das Stout ist daher nicht zu süß. Das gefällt mir ganz gut. Im Abgang schmecke ich feine würzige und zimtige Noten.

Fazit

Lange musste man auf eine weitere Kreation von Lille warten. Es hat sich gelohnt. Mit diesem Stout zeigen die Jungs von Lille, dass Sie für unterschiedliche Bierstile eine eigene Kieler Interpretation finden, die dabei nicht zu abgedreht ist und daher auch für Biertrinker abseits von Craftbeer-Nerds bestens geeignet ist.


Die Eckdaten:

Bierstil: Stout
Hopfen: East Kent Goldings
Bittereinheiten: k.A.
Alkoholgehalt: 6,1 % Vol


Die Höker:

Das Lille Stout gibt es in limitierter Auflage aktuell bei Brewcomer in Kiel und frisch vom Fass bei Lille’s sanftem Freitag und flotten Samstag direkt in der Brauerei im Eichkamp 9c in Kiel. Dort dann natürlich auch zum Mitnehmen in Flaschen.

 

Die Kieler Craft Bier Days 2018: meine Highlights

Die Kieler Craft Bier Days 2018 haben am 27. und 28. April in der Halle 400 stattgefunden. Nach 2017 habe ich diese Veranstaltung zum zweiten Mal mit einem guten Kumpel besucht. Und was nehme ich mit: eine Vielzahl spannender Brauereien, die Erkenntnis, dass eine gute Vorbereitung Sinn macht, um mit der tollen Auswahl an Bieren klar zu kommen. Dazu gab es den einen oder anderen netten Plausch. In diesem Jahr hatte ich leider nur ein kurzes Zeitfenster von 2,5 Stunden. Hier ein kurzer Überblick mit meinen Highlights:

1. Czernys Küstenbrauerei, Kiel – Brown Ale

Meine Kieler Craft Bier Days 2018 beginnen mit einem der beiden Lokalmatadore: der Czernys Küstenbrauerei. An dem Stand von Jan und Jasmin – strategisch günstig kurz hinter dem Eingang gelegen – gibt es für mich ein Brown Ale. Czernys Brown Ale No. 2. Ein leichtes Ale mit dezent röstigen Malznoten. Ich gebe zu, dass ein Brown Ale nicht so unbedingt passend für den Start einer Verkostungsserie ist. Mit diesem leichten Brown Ale mit einem Alkoholgehalt von 4,0 Vol. % ließ es sich dennoch ganz gut angehen.

2. Lillebräu, Kiel – Hibiscus Saison

Die Jungs von Lillebräu haben überrascht und ihr Standardsortiment für die KCBD extra um ein Hibiuscus Saison vom Fass ergänzt. Dieses kräftige Saison wurde auf Hibiscusblüten gelagert. Der Effekt: ein rosa bis rötliche Farbnuancen und im Geschmack dezente Hibiscusnoten. Sehr lecker!

3. Stonewood,Chemnitz – Wilder Hopfen

Die nächste Trinkpause gönnten wir uns in der 1. Etage beim Stand der Stonewood Braumanufaktur aus Chemnitz. Der Braumeister Michael Friedrich hatte unter anderem das Lager “Wilder Hopfen” im Ausschank. Das sollte es sein. Ein trockenes, hopfenbetontes Lager für das neben den beiden Hopfensorten Saazer und Ariana auch ein wilder Hopfen verwendet wurde. Erdige und harzige Aromen kommen gut zum Vorschein. Das war sehr gelungen. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, haben die Jungs vom Brewcomer dem Braumeister Michael Friedrich am Ende der Craft Beer Days die restlichen Flaschen abgenommen. Mit etwas Glück gibt es also noch einige Restbestände in dem Kieler Craft Beer Laden.

4. Höppners, Postfeld – Mango Milkshake IPA

Fest eingeplant und angekündigt war der Besuch bei Nickels Höppner, einem meinem Lieblingsbrauer, um mir von seinen neuesten Kreationen, dem “Mango Milkshake IPA” und der Gose “Cherry Gose Beet!” eine Flasche zum Verkosten mitzunehmen. Im Tausch für eine Flasche “Cherry Gose Beet!” gab es für Nickels eine Dose “Plane Ale” von Mikkeller.

Und vor Ort habe ich dann das Mango Milkshake IPA probiert. Es hört sich ebenso spannend an wie es aussieht. Im Glas eine hellgelbe, etwas trübe, milchige Flüssigkeit, die nur so vor fruchtigen Mangoaromen strotzt. Nur leicht karbonisiert, kommen schon beim ersten Schluck die Mangonoten voll durch. Eine ordentliche Portion Mango, etwas Vanille, Weizen-, Gersten und Hafermalz sowie Hefe und Lactosegärung sind die Bestandteile dieses tropisch angehauchten Sommerbieres. Das ist heißer Scheiß! Da ist dem Nickels Höppner mal wieder etwas richtig Gutes gelungen. Auf den KCBD kam sein Mango Milkshake IPA anscheinend so gut an, dass Nickels damit quasi in die Serienproduktion gegangen ist und ordentlich nachgelegt hat. Zu finden ist sein Mango Milkshake IPA aktuell bei Brewcomer, im Heimathafen oder auch Donnerstags beim Marktschwärmer Markt im mmhio im Knooper Weg in Kiel.

Mehr von Höppners findet ihr auf meinem Blog mit dem Pazifikus Pale oder dem Little Oak. Und bald gibt es hier dann auch den Verkostungsbericht zu der Gose “Cherry Gose Beet!”.

Und im Youtube-Kanal von Lars, vom Brewcomer, gibt es auch ein Verkostungsvideo zu dem Mango Milkshake IPA.

5. Bunthaus, Hamburg – Gose Morning Vietnam

Next Stop: Bunthaus aus Hamburg. Das Bier: Gose Morning Vietnam. Ergebnis: der nächste Knaller!

Eine Gose ist ein säuerliches, obergäriges Bier, das zusätzlich Salz beinhaltet. Das Besondere an dieser Gose der kreativen Brauer von Bunthaus aus Hamburg ist: das Salz wurde durch vietnamesische Fischsauce ersetzt. Und so hat diese Gose dann doch auch irgendwie eine leicht fischige Note. Aber diese Kreation macht in jedem Fall Lust auf mehr.

6. Smedsbo Slott, Schweden 

Ein Besuch bei dem letztjährigen Gewinner des Publikumspreises der Kieler Craft Beer Days, Smedsbo Slott aus Schweden, durfte nicht fehlen. Schließlich war ich auch mit dem Braumeister Pär verabredet, um eine Flasche seines Triple entgegenzunehmen, um dieses zu verkosten. Auch Pär habe ich im Gegenzug eine Dose Mikkeller mitgebracht. Aber es musste dann auch noch eine Flasche von dem Saison und dem Scottish Ale sein. Tja, und Pär hat auch 2018 wieder den Publikumspreis mit nach Schweden genommen. Wer eines seiner tollen Biere probiert hat, kann es nachvollziehen. Auch wenn Pär zum Leidwesen mancher Fans hopfenbetonter Biere keine Hopfengranaten braut, so sind seine Interpretationen klassischer belgischer Bierstile wie Dubbel, Triple, Quadrupel und Saison ein echter Genuss.

Mehr Verkostungsberichte der Biere von Smedsbo Slott folgen hier in Kürze.

 

 

Meine persönliche Vorschau auf die Kieler Craft Beer Days 2018

Am nächsten Wochenende finden zum 6. Mal die Kieler Craft Beer Days in der Halle 400 in Kiel statt. Es wird also höchste Zeit für meine persönliche Vorschau. Was euch erwartet, welche Empfehlungen ich habe und welche Highlights es gibt, lest ihr hier. Dazu habe ich mal die teilnehmenden Brauereien/Braumeister alphabetisch aufgelistet und um meine persönlichen Einschätzungen und Trinkempfehlungen ergänzt. Tja, um es vorweg zu nehmen, ich selber kenne auch noch nicht alle. Die Mischung aus bekannten und lokalen bis regionalen Craftbeer-Vertretern und unbekannteren, heimischen Brauereien oder Teilnehmern aus europäischen Nachbarländern machen den Reiz aus. Die Bandbreite reicht von Homebrewern, wie dem Brauklub Kiel, bis hin zu craftigen Ablegern größerer Brauereien, wie etwa Flensburger Brauart oder der Brooklyn Brewery, die mit ihrem Sortiment, in nahezu jedem Supermarkt zu finden sind.

Black Isle Brewery, Schottland

Ich mache es kurz. Habe vor längerer Zeit mal ein Bier der Black Isle Brewery aus dem schottischen Hochland getrunken. Das war nicht schlecht. Es lohnt sich auf alle Fälle, an dem Stand vorbeizuschauen, insbesondere wenn man auf Pale Ales und dunklere Biere steht. Die schottische Brauerei hat bereits zahlreiche Auszeichnungen für ihre Biere erhalten und setzt auf Rohstoffe aus biologischem Anbau.

Brauklub Kiel

Der Besuch am Stand vom Brauklub Kiel war eines meiner Highlights auf den KCBD 2017. Das ist da mal alles richtig craftig. Kleine Mengen, experiementelle Sude mit homebrew-Charakter. Und nette Leute, mit denen man gut ins Gespräch über Bier, Brauen und Etiketten einsteigen kann. Bin gespannt, was in diesem Jahr über den Tresen geht. Im vergangen Jahr gab es u.a. ein fruchtiges Tropical IPA.

Braukeller Gotthilf, Bornhöved

In Bornhöved, einem der Brauspots entlang der B(ier) 404, kreiert Brauer Jörg Wohlhaf in seinem Braukeller Gotthilf verschiedene äußerst handgemachte Ales mit den Namen Kurt, Bert und Hilde. Mein Favorit: Bert, ein helles, herbes und recht hopfiges Ale.

Brewbaker, Berlin

Auf den Besuch bei den Brewbakers auf Berlin freue ich mich. Berlin ist bekannt für etliche hervorragende Craftbier-Brauereien. Brewbaker kenne ich noch nicht. Und das obwohl die Brauerei bereits seit 2005 mit ihrem bio-zertifizierten Bier am Markt ist. Bin gespannt, was aus dem großen Sortiment auf den KCBD zu probieren ist. Ich würde ja gerne mal ein Schlückchen von dem “Berliner Blut”, ein double smoked Red Ale probieren.

Brooklyn Brewery, USA

Die Jungs aus Brooklyn machen ganz leckere Biere. Die Kombination eines John´s Burger mit einem Brooklyn Lager hat was. Aber mich stört irgendwie, dass ich die Biere in jedem zweiten Supermarkt bekomme. Ich verweile da wohl lieber an anderen Ständen…

Bunthaus Brauerei, Hamburg

Auch Hamburg ist in diesem Jahr wieder vertreten. In diesem Jahr aber weniger mit den großen und bekannten Craftbeer-Brauereien wie Kehrwieder oder Von Freude, sondern mit kleineren, neuen Brauern. Die Bunthaus Brauerei aus Hamburg-Wilhelmsburg ist seit 2017 mit recht spannenden und kreativen Rezepturen am Werk. Man darf gespannt sein. Für mich so etwas wie ein Geheimtipp. In mein Probierglas hätte ich gerne die “Gose Morning Vietnam”, bei dem das für eine Gose stiltypische Salz durch vietnamesische Fischsauce ersetzt wurde.

Czernys Küstenbrauerei, Kiel

Jan und Jasmin von der Czernys Küstenbrauerei werden neben Ihrem Standardsortiment hoffentlich auch etwas von ihrem Experimental-Sud präsentieren. Von den Hausbieren empfehle ich das 5 1/2 Konten Pils. Ich freue mich auf den Besuch am Stand von Jan und Jasmin.

elbPaul, Hamburg

elbPaul aus Hamburg hat mich schon bei den KCBD 2017 mit einem dunklen Doppelbock überzeugt. Bin gespannt, was Braumeister Dirk Paul bei den diesjährigen Craft Beer Days ausschenkt.

Eskilstuna Ölkultur, Schweden

Mit der Eskilstuna Ölkultur bzw. Brauerei aus Schweden ist es dem Veranstalter Thomas Glas mal wieder gelungen, eine kleine, aber feine Mikrobrauerei aus Schweden nach Kiel zu locken. Das Dubbel-IPA sowie der Barley Wine hören sich verlockend an.

Finne, Münster

In einer Studentenstadt wie Münster darf Craftbier nicht fehlen. Das haben sich auch Flo und Frank gedacht und sind mit Finne als Gypsybrauer an den Start gegangen. Ich hatte mal das IPA probieren dürfen und bin gespannt was die Jungs mit im Gepäck haben.

Flensburger Brauart, Flensburg

Es ploppt jetzt auch craftig, wenn gleich natürlich mit der Flensburger Brauerei hier nun nicht gerade eine Mikrobrauerei am Start ist. Ganz nett, aber da gibt es spannendere Biere zu verkosten.

Höppners, Postfeld

Nickels Höppners aus Postfeld bei Kiel kreiert mit viel Leidenschaft tolle Biere, wie etwa das Lieblingssaison (siehe mein Tasting No. 10) oder das Pazifikus Pale. Auf den KCBD stellt er seine neuste Kreation vor: das Little Oak, ein Scotch Strong Ale.

Klapperbräu, Bergenhusen

Hach, endlich kann ich mal ein Bier der kleinen Brauerei aus Bergenhusen testen. Ich denke, das Rauchbier dürfte ein Versuch wert sein.

Klüvers, Neustadt i.H.

Ein Klüver geht immer. Klüvers aus Neustadt i.H. produzieren seit 2013 in einer eigenen Brauerei ihr breites Sortiment unterschiedlicher Biere. Allesamt ganz lecker, aber auch etwas unaufgeregt. Man könnte die KCBD hier mit einem Lager starten.

Landgang Brauerei, Hamburg

Die Landgang Brauerei (ehemals Hopper) ist eine Adresse in Hamburg und überzeugt mit Bieren mit – wie sie es selbst formulieren – Ecken und Kanten. Meine Empfehlung: für Einsteiger “Helle Aufregung“, ein hopfenbetontes Lager, für Fortgeschrittene und spätere Stunden auf den KCBD “Dunkle MAcht”, ein intensives Smoked Porter.

Lillebräu, Kiel

Und auch die Kieler Craftbier Pioniere Max Kühl und Florian Scheske sind mit Lillebräu vertreten. Hach, die Biere sind ja alle gut. Mein Favorit ist aktuell das Lager, kaltgehopft, unfiltriert und gebraut mit 5 Aromahopfen.

Moucha, Prag

Die Moucha Brauerei aus Prag ist mir bislang unbekannt. Ein Grund mehr, dort mal vorbeizuschauen. Das Wiener Lage habe ich auf dem Zettel.

Ricklinger Landbrauerei, Ricklingen

Braumeister Sascha Lämmer bringt zu den KCBD u.a. passend zur Jahreszeit den Maibock 2.0 mit. Alles Biere der Ricklinger Landbrauerei sind unbehandelt und gut gekühlt 4-6 Wochen haltbar. Und natürlich sehr lecker.

Rügener Insel-Brauerei

Das sind diese Biere, die in Papier eingewickelt sind und in vielen Supermärkten zu finden sind. Das Besondere an diesen Bieren ist, neben der Tatsache, dass einige recht seltene Bierstile ausprobiert werden, die Flaschenreifung.

Smedsbo Slot, Schweden

Pär hat bei den KCBD 2017 überzeugt und den Publikumspreis abgeräumt. Mehr über diesen Bierenthusiasten aus den schwedischen Wäldern lest ihr hier. Ich bin gespannt, was Pär zu den diesjährigen KCBD mitbringt. In 2017 hat er ein Triple angesetzt…

Sommerbecker Dachs

Ich mache es kurz. Ich kenne die Biere noch nicht. Also ein Grund für ein Stop, um mal zu schauen, was die so dabei haben.

Stebner Privatbrauerei, Wolfenbüttel

Eine kleine, noch recht junge Privatbrauerei aus dem tiefsten Niedersachsen in Wolfenbüttel. Das Summer Ale, ein mildes, hopfenfruchtiges Ale, würde ich gerne mal probieren.

Stonewood Braumanufaktur, Chemnitz

Aus Chemnitz ist Braumeister Michael Friedrich mit der Stonewood Braumanufaktur dabei und stellt aus seinem breiten Sortiment von klassischen Lagerbieren über obergärige Ale-Vertreter bis hin zu seltenen Bierstile wie Gose und Sauerbieren einiges vom Fass sowie aus Flaschen vor. Die Barrel Aged Barrique Gose ist hoffentlich auch dabei.

Störtebeker, Stralsund

Nicht so meins für ein Craftbier Day. Schon ein richtiges Supermarktbier.

Sudden Death Brewing, Timmendorfer Strand

Jetzt geht es aufs Eis. Craftbier und Eishockey, das sind die beiden Leidenschaften von Olli und Ricky, den Köpfen hinter Sudden Death Brewing aus Timmendorfer Strand. Mit im Gepäck haben die beiden bestimmt das “Tough Guy“, ein hopfenbetontes East Coast Pale Ale.

Überquell, Hamburg

Noch recht frisch am Hamburger Craftbier-Himmel sind Überquell. Konzept: Brauerei, Brew-Pub und eine Pizzeria in den Riverkasematten auf St. Pauli. Das Bier ist spitze. Meine Empfehlung ist das World White IPA.

Wacken Brauerei, Wacken

Auch dabei die Jungs aus Wacken. Mehr über die Brauerei könnt ihr auf meinem Blog nachlesen. Meine Empfehlung: das Surtr, ein Smoked Porter.

Weiße Elster, Leipzig

Friesen brauen Craftbier in Leipzig. Das ist Weiße Elster. Was dabei herauskommt, könnt ihr auf den KCBD 2018 testen. Ich empfehle das Red Ale.

Wildwuchs, Hamburg

Braumeister Fiete ist immer für ein Schwätzchen zu haben. Im letzten Jahr erzählte er mir von dem Bau seiner Brauerei in Hamburg-Wilhelmsburg. In diesem Jahr geht es nun los mit dem Bau. Wildwuchs produziert mit lokalen Rohstoffen. Meine Empfehlung: der Alt-Kanzler, ein Altbier mit rauchiger Note.

Wittorfer Brauerei, Neumünster

In einer alten Industriebrache in Neumünster unweit vom Hauptbahnhof gibt es seit 2017 die Wittorfer Brauerei samt Ausschank. Immer freitags ab 15 Uhr fließt das Bier aus den Zapfhähnen. Meine Empfehlung für die KCBD: das Trick 17 Pale Ale.

 

 

Mein Genussschein Nr. 396 von Lille

Ich habe mir selber zu Weihnachten einen Genussschein von Lillebräu, kurz Lille, geschenkt. Lille hat im November 2017 666 Genussscheine zu je 150 € als Crowdfunding-Projekt zur Finanzierung des Baus einer eigenen Brauerei in Kiel auf den Markt geschmissen. Ich hege eine gewisse Leidenschaft für Craftbeer, blogge darüber, mache Tastings und komme aus Kronshagen bei Kiel. Da war es keine Frage, so habe ich kurzentschlossen zugeschlagen und bin nun stolzer Besitzer des Genussscheines Nr. 396.

Warum lohnt sich das Engagement? Eine Brauerei in Kiel aufzubauen ist ein tolles Projekt. Dazu wird die Brauerei quasi gleich um die Ecke im Eichhof-Quartier an der Grenze zu Kronshagen errichtet. Ein lokales Craftbeer-Startup zu unterstützen, ist eine wunderbare Gelegenheit für mehr Biervielfalt in der Stadt Kiel und der Region. Nachdem ich meinen Einsatz bei Czernys seinerzeit verpennt habe, “investiere” ich nun also bei Max Kühl und Florian Scheske aka as Lille.

Ich darf mich als Genussschein-Inhaber nun 25 Jahre lang auf 12 Biere pro Jahr freuen. Spannend wird dann aber auch die damit verbundene Einladung zur exklusiven Hauptversammlung sein. Neue Biere probieren und über zukünftige Bierstile abstimmen. Passt. Und da treffe ich dann auch die anderen 666 Genussscheininhaber. Verschiedene Kieler Unternehmer haben sich engagiert und die örtliche Prominenz, wie z.B. der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer oder Rune Dahmke vom THW Kiel, ist auch dabei und unterstützt das Projekt.

Ich finde es ne coole Sache dabei zu sein und freue mich auf neue Bierkreationen aus Kiel! Prost, Lille!

Ein Rückblick auf mein Tasting No. 11

Für mein elftes Tasting habe ich die folgende Elf auf den Platz geschickt. Darunter lokale Highlights aus dem Norden, spannende Kompositionen aus dem Süden, Klassiker und Biere mit komischen Namen. Das war wiedereinmal insgesamt eine Runde Sache. Welches Bier überzeugt hat und welche Überraschungen es gab, lest ihr hier:

 

1. Das Helle, Lager (Münchener Helles); Tilmans Biere, München

Zum Start habe ich diese Helle von Tilmans aus München ausgesucht. Es ist ein süffiges Helles modern interpretiert mit amerikanischen Hopfensorten. Eine, gerade für Einsteiger in die Craftbier-Welt gelungene Komposition. Es hat an diesem Abend meinen Gästen am besten gefallen.

Hier im Norden gibt es Tilmans Biere beim Brewcomer in Kiel.

IBU: k.A.; 5,1 Vol. %

2. Lille Lager, Lager (IPL); Lillebräu, Kiel

Einer der lokalen Vertreter bei diesem Tasting. Und was für einer. Ein kaltgehoptes, hopfenbetontes Lager. Verwendet wurden 5 verschiedene Hopfen. Das war einigen dann schon etwas zu hopfig. Mir hat dieses India Pale Lager sehr gut gemundet.

IBU: 27; 5,7 Vol. %

3. Lisbeth, Pils; Hohmanns Brauhaus, Fulda

Lisbeth, ein würziges Frischhopfen-Pils aus Fulda, hat heute Abend gemeinsam mit Tilmans Helles den Abend gerockt. Habe es bei Hohmanns in Fulda selber nie getrunken, dafür aber gefunden im Craftbeer-Store in Hamburg.

IBU: k.A.; 5,5 Vol. %

4. 5 1/2 Knoten Märzen, Märzen; Czernys Küstenbrauerei, Kiel

Und die nächste Kreation aus der Craftbeer-Hauptstadt Schleswig-Holsteins: Das Märzen von Czernys Küstenbrauerei. Jan und Jasmin machen da in der Festung Friedrichsort echt gute Sachen. Das Märzen hat gut gemundet, war süffig und malzig. Allerdings hat die zweite Flasche zum Lacher des Abends geführt: da war feinstes Kieler Wasser drin… Dennoch waren die Gäste mit wenigen Ausnahmen sehr angetan.

IBU: 25; 5,5 Vol. %

5. Palim Palim, Pale Ale; Überquell, Hamburg

Nachdem ich bei meinem letzten Tasting so angetan von dem World White IPA von Überquell war, musste mit dem Palim Palim ein weiteres Bier der Jungs aus Hamburg verkostet werden. Ein solides Pale Ale, bei dem im Vergleich zum World Wide IPA das gewisse Etwas gefehlt hat. Aber allen hat es geschmeckt.

IBU: 39; 5,3 Vol. %

6. Punk IPA, India Pale Ale; Brewdog, Schottland

Zur Halbzeit gab es mit dem Punk IPA von Brewdog einen echten Klassiker. Wie soll es anders sein. Das kam ganz gut an. Ein sehr harmonisches und ausgewogenes IPA, das Industriebiertrinker nicht verschreckt.

IBU: 45; 5,6 Vol. %

7. Horst, Brown Ale; Braukollektiv, Freiburg

Horst, mein momentanes Lieblingsbier. Ich habe mir es nicht nehmen lassen, meinen Gästen dieses erstklassige, mit Cascade und Centennial gehopte California Brown Ale zu präsentieren. Und, Horst kam sehr gut an. Mehr über Horst gibt es hier.

IBU: 40; 6,2 Vol. %

8. Altkanzler, Rauchbier; Wildwuchs Brauwerk, Hamburg

Ich musste längere Zeit suchen und auch bei dem Braumeister Fiete anfragen, bis ich den Altkanzler, ein Altbier mit einer torfigen Rauchnote, für dieses Tasting in die Hände bekommen. Das Etikett kam insgesamt leider besser an als das Bier selber. Die Gäste waren, anders als es bei einem Rauchbier häufig der Fall, jedoch nicht komplett verschreckt.

IBU: 20; 5,1 Vol. %

9. Kurt, Porter; Braukeller Gotthilf, Bornhöved

“Ohne Helm und ohne Gurt, hier kommt Kurt” – beim neunten Bier am Abend ging dem einen oder anderen dieser Liedtext dann schon mal über die Lippen. Also, komischer Name und komisches Bier. Da fehlte was. Dafür aber sehr sehr handmade. Vom Braukeller Gotthilf hat mir “Bert” besser gefallen.

IBU: k.A.; 4,8 Vol. %

10. Black Pearls, Stout; Richie’s Original, Mölln

Wir bleiben in Schleswig-Holstein, genau genommen in Mölln. Dort bis ich aufgewachsen. Getränke Stapelfeldt gab es quasi schon immer. Nun auch Craftbeer in Mölln. Ich bin entzückt. Von dem Stout waren nicht alle entzückt. Dunkel, Kaffee- und Röstaromen. Solide.

IBU: 32; 5,5 Vol. %

11. Salto Orale, Imperial Stout; Emma-Biere ohne Bart, Freiburg

Zeit für den Nachtisch. Und was für ein Nachtisch: tiefschwarz, Röst- und Karamellmalze, Kaffee- und Schokonoten und ordentlich Wumms. Dabei aber elegant und ausgewogen. Was für ein Abschluss!

IBU: k.A.; 8,6 Vol. %

 

No. 8: Honk A Tonk, Lillebräu – Kiel

Gimme, gimme, gimme a “Honk A Tonk”!

Ich mache mal gleich weiter mit der nächsten feinen und experimentellen Kreation aus Kiel: Lillebräu oder auch in Kurzform Lille und Zeugenbräu aus Ahrensburg haben als Kollaborationsbräu ein ganz besonderes Bier für das Craftbeer-Magazin konzipiert. Herausgekommen ist dabei ein Brown Ale mit Tonka-Bohne. Tonka-Bohne? Soll irgendwie nach Vanille schmecken. Meine Begeisterung hält sich zunächst in Grenzen, zumal ich nicht so der Fan dunkler Biere bin.

Lille – Honk A Tonk

Nachdem das “Honk A Tonk” einige Zeit im Regal stand und ich immer einen Bogen drum gemacht habe – wobei ich mehrfach an dem auffälligen Etikett hängengeblieben bin (ein Hingucker!) -, war es dann neulich an einem dieser so typisch verregneten, norddeutschen Wintertag so weit. Mein erster Gedanke nach dem Einschenken: oh, ein Stout? Denn mit seiner sehr dunklen Farbe und der festen Schaumkrone sieht es ganz danach aus. Doch schon beim ersten Schluck stelle ich fest, dass dieses Brown Ale einen schlankeren Körper als ein Stout hat, nicht ganz so massig und kräftig, jedoch mit einem ordentlichen Malzkörper, der dem Bier eine Portion Schokoaromen und Kaffeenoten verleiht. Dazu kommen dann noch die Vanillearomen der Tonkabohne, die dem Bier gemahlen beigefügt wurde. Dabei sind die Vanillearomen nicht zu aufdringlich, verbleiben aber dafür nach dem Herunterschlucken noch eine Weile in der Kehle. Eine spannende Mixtur. In jedem Fall ist das “Honk A Tonk” schon mal für mein nächstes Tasting vorgesehen. Hoffe nur, dass Max und Florian von Lillebräu das “Honk A Tonk” dauerhaft in das Sortiment aufnehmen.

Fazit:

Im Ergebnis bin ich äußerst positiv überrascht. Seit langem mal ein Dunkelbier, das begeistert. Ein echtes Nachtisch-Bier, das nicht nur etwas für Dunkelbierenthusiasten ist, sondern für alle, die Bock auf etwas Ausgefallenes haben. Passt zu dunkler Schokolade, Regenwetter und Rolling Stones.


Die Eckdaten:

Bierstil: Brown Ale
Hopfen: Nugget
Bittereinheiten: 10 IBU
Alkoholgehalt: 6,1 % Vol.


Die Höker:

Das “Honk A Tonk” gibt es bei:

No. 7: Pils, Lillebräu – Kiel

Pils ist nicht gleich Pils. Ich hatte kürzlich bei der Kieler Nacht der Hotelbars im Kieler Kaufmann die Gelegenheit, die neueste Kreation der Kieler Craftbeer-Brauerei Lillebräu zu testen: das Pils.

Lille – Pils

Lillebräu, das sind sind die beiden Bierfreaks Max Kühl und Florian Scheske, die 2014 die fixe Idee hatten, selber Bier zu brauen. Gesagt getan: 2014 Lillebräu gegründet, dann ganz viel in der WG-Küche rumexperiementiert und 2015 mit dem ersten Bier auf den norddeutschen Markt gegangen. Noch sind die beiden sogenannte Kuckucksbrauer. Gebraut wird also nicht in der eignen Brauerei, sondern man nutzt Kapazitäten in fremden Brauereien. Noch. Im Laufe des Jahres soll die eigene Brauerei stehen.

Zum Sortiment zählen ein Lager, ein Pale Ale sowie erst seit mehreren Monaten ein Brown Ale. Nun ist seit kurzem ein Pils dabei. Pils, das ist dieser Standard-Bierstil, der in der Craftbeer-Szene etwas unterrepräsentiert ist.

Hier in Norddeutschland trinken wir gerne herbe Pilsener. Passt. Das Lille Pils ist typisch norddeutsch herb. Aber es ist mehr.

Das Pils ist mit den drei Hopfensorten Magnum, Saphir und Tettnanger gebraut. Den Hopfen beziehen die Jungs aus dem südlichsten Hopfenanbaugebiet Deutschlands in Tettnang. Der Magnum ist in erster Linie für die Bitterkeit verantwortlich, während die beiden anderen Sorten dem Pils blumige Aromen verleihen. Ich schmecke leichte fruchtige, Zitrusnoten. Insgesamt eine herbe Basis, die durch feine Fruchtnoten mit einer Tendenz in das Zitronige ergänzt wird. Dadurch ist es angenehm frisch. Und das Malz? Erscheint mir etwas kräftiger zu sein, als bei einem herkömmlichen Industriepils. Etwas stärker geröstet mit einem Hauch von Karamell.

Fazit:

Ein ganz feines norddeutsches Pils. Passt zu Fußball.


Die Eckdaten:

Bierstil: Pils

Hopfen: Magnum, Saphir, Tettnanger

Bittereinheiten: 38 IBU

Alkoholgehalt: 5,0 % Vol.


Die Höker:

Das “Lille Pils” ist ganz frisch in den Regalen im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel in Kiel und bei: