No. 26: Cherry Gose Beet, Höppners – Postfeld

Spätsommer, Erntezeit für Kirschen. Das sind doch die passenden Rahmenbedingungen für ein gut gekühltes Bier. Aber nicht für irgendeines sondern für das “Cherry Gose Beet” von Höppners aus Postfeld. Nickels Höppner hat mir neulich eine Flasche zur Verkostung überreicht. Es wird nun also Zeit, die Flasche zu öffnen und das Verkostungsglas aus dem Schrank zu holen. Prost!

Der Braumeister

Hier fasse ich mich kurz, da ich ja auf meinem Blog bereits mit dem Pazifikus Pale oder dem Little Oak über zwei tolle Biere und den Braumeister geschrieben habe. Kurz gesagt: Nickels Höppners ist ein kreativer Brauer aus Postfeld in der Nähe von Kiel, der ausgezeichnete Biere kreiert.

Das Bier

Der Name “Cherry Gose Beet” verrät eigentlich schon das Wesentliche: eine Gose mit Sauerkirschen und Rote Beete. Gose? Ja, das ist auch Bier. Die Gose ist ein alter, deutscher Bierstil, der im Zuge der aufkommenden Einheitspilsener ein wenig in Vergessenheit geraten ist und seit einigen Jahren unter den Craftbier-Brauern seine Renaissance erfährt. Die Gose stammt ursprünglich aus dem Goslarer Raum und hat sich dann bis in die Leipziger Ecke als Leipziger Gose verbreitet. Was ist das Besondere an einer Gose? Es ist ein obergäriges Sauerbier, das mit Salz und Koriander gebraut wird. Die Gose erinnert ein wenig an einer Berliner Weiße, wobei gerade das Salz und der Koriander dem Bierstil eine eigene, besondere Charakteristik verleihen.

Und was macht Nickels Höppner? Er braut eine Gose und packt da noch Sauerkirschen und Rote Beete rein. Das hört sich gewagt und spannend zugleich an. Im Glas dann eine Flüssigkeit, die so rot wie mein Parteibuch ist. Die feinporige, rosafarbene Schaumkrone sieht schön aus, hat aber leider nur eine kurze Beständigkeit. Der erste Gedanke: oh, Erdbeerbrause! Riecht aber nicht so. Eher säuerlich und auch etwas nach Rote Beete. Dieser Eindruck setzt sich auch beim ersten Schluck fort. Die Rote Beete erscheint mir sehr dominant zu sein. Die Sauerkirschen kommen nicht so stark zur Geltung. Sie werden beim zweiten und dritten Schluck dann langsam im Abgang etwas auffälliger. Im Abgang wird es dann auch etwas salzig. Was soll ich sagen? Echt ungewohnt, ganz lecker, aber vermutlich nicht unbedingt etwas für jeden. Man muss da schon ein gewisses Faible für Sauerbiere haben. Es lohnt sich aber in jedem Fall, sich einmal selbst ein Bild von diesem ungewöhnlichen Bier zu machen.

Hut ab!

 

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